Die Pflege

Um Kaninchen richtig zu pflegen ist einiges an Grundkenntnissen nötig. Wer denkt die Kleinen können auf regelmäßige Kontroller verzichten liegt falsch. Damit sich ihre Lieblinge rundum wohl fühlen sind hier die wichtigsten Informationen aufgelistet.

 

1. Die Pflegeutensilien

2. Reinigung des Käfigs/Zubehörs

3. Die Fellpflege

4. Krallen scheiden - aber richtig

5. Zahnkontrolle

 

1. Die Pflegeutensilien

Um ein Kaninchen völlig pflegen zu können, müssen verschiedene "Werkzeuge" griffbereit liegen. Benötigt werden:

  • Krallenzange
  • Bei Langhaarrassen: Trennmesser gegen Knoten, Spezialbürste
  • Bei Kurzhaarrassen: Bürste mit Naturborsten oder noch besser: Fellpflegehandschuhe

Die Krallenzange bekommt ihr im Zoofachhandel oder bei einem Tierarzt. Diese Zangen sollte um die 5 Euro kosten, ab 7 Euro wirds zu teuer.
Die Spezialbürsten für Langhaarrassen sind normale Bürsten, die aber gekrümmte Metallzähne statt Borsten haben. Borsten laden sich elektrostatisch auf und verfilzen die Haare.
Fellpflegehandschuhe sind für Kaninchen die angenehmste Variante, da die Haut massiert und besser durchblutet wird, gleichzeitig werden ausgefallene Haare entfernt. Die Handschuhe kosten ebenfalls etwa 5 Euro und sind somit Vergleichsweise etwas teurer als die Bürsten.

Tipp: Falls ihr in eurer Nähe nur einen Hund oder Katzenshop habt, könnt ihr euch gerne von den Verkäufern beraten lassen, oft kann man Katzenpflgehandschuhe ebenso gut benutzen wie die wo "für Kaninchen" drauf steht.

2. Reinigung des Käfigs/Zubehörs

  • Der Käfig sollte mindestens 1-2mal pro Woche gereinigt werden, plattgetretenes Stroh täglich augelockert werden (so können Kotbällchen durchfallen). Feuchte Streu sollte sofort entfernt werden.
  • Beim Wechseln der Einstreu den Käfigboden feucht auswischen und abbürsten. Danach gründlich abtrocknen!
  • Oft vergessen: Futternapf und Trinkbehälter. Sie sollten 2mal pro Woche gereinigt und mit heißem Wasser ausgespült werden.
  • Das Gitteroberteil sollte ca. 1mal pro Monat abgebraust werden.
  • Tipp: Leicht weißliche, "verkrustete" Stellen auf dem Käfigboden sind Urinstein. Sie entstehen wenn sich Urin ablagert und trocknet. Um sie kinderleicht zu entfernen muss lediglich etwas Zitronensäure mit einen Lappen darüber gerieben werden. Zitronensäure bekommen sie günstig in ihrer Apotheke.

3. Die Fellpppflege

Kurzhaarrassen:
In der Zeit des Fellwechsels regelmäßg mit einer weichen Naturborstenbürste bürsten. Beachtet werden muss hier nichts weiter.

Langhaarrassen:
Täglichmit der oben genannten Spezialbürste durchkämmen. Knoten werden mit einem Trennmesser gelöst. Angoramischlinge und Jamora müssen vierteljährlich geschoren werden. Lasst euch das vom Tierarzt zeigen.

Achtung: Langhaarrassen auf keinen Fall mit Naturborstenbürsten oder Plastikborsten kämmen! Diese Materialien laden sich durch die Reibung elektrostatisch auf und verfilzen das Fell. Das dadurch entstandene Chaos endet meist damit, das das Fell abgeschoren werden muss!

4. Krallen schneiden  - aber richtig

Krallen die zu lang sind biegen sich nach innen und müssen geschnitten werden. Hier wird jedoch nicht wie beim Menschen bis zum Ansatz abgeschnitten, sondern die Spitze gekürzt. Halten sie dazu die Pfote zwischen Zeigefinger und Daumen. Durch leichten Druck auf den "Hügel" der Pfote werden die Krallen auseinander gespreizt. In den Krallen befinden sich Blutgefäße und Nervenenden, sie dürfen keinesfalls abgeschnitten werden - das wäre eine schwere Beeinträchtigung eines Kaninchens und ist zu vergleichen mit dem abschneiden einer Zehe eines Menschen!! Bei hellen Krallen sieht man diese Gefäße, dunkle muss man gegen eine helle Lichtquelle halten. Etwa 5 Millimeter nach den Gefäßen muss die Kralle schräg nach unten abgschnitten werden. Lasst euch das schneiden am besten von einem Tierarzt zeigen.

Kleine Skizze dazu:

5. Zahnkontrolle

Die Zähne eines Kaninchen wachsen ständig, bei richtiger Ernährung nutzen sie sich aber auch ab. Falls hartes Brot o.ä. fehlt, oder das Tier eine angeborene Fehlstellung des Gebißes hat, reiben die Zähne nicht aufeinander unter wachsen so lang, dass das Kaninchen nicht mehr richtig fressen kann. Nun besteht die Gefahr dass das Tier verhungert! Der Tierarzt muss die Zähne kürzen. Sie sollten aber auch bei gesunden Tieren regelmäßg kontrollieren. Wenn durch irgendein Zufall ein Zahn abbricht (oder sogar von der Wurzel abreißt) ist dies kein Grund zur Sorge. Der Zahn wächst schnell nach. Geben sie dem kleinen aber keinesfalls Trockenfutter oder sonstige harte Kost. Der Zahn könnte durch unglückliche Zufälle beim Versuch etwas hartes zu essen verschoben werden - dies hat eine Fehlstellung zur Folge und muss vom Tierazt behandelt werden.