Krankheiten

Auf dieser Seite möchten wir häufige Krankheiten bei Kaninchen vorstellen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei schweren Erkrankungen sofort ein Tierarzt zu benachrichtigen ist. Bei Fehlern, Fragen oder Ergänzungen bitte eine Mail an den Webmaster.


Vorbeugung

Viele Erkrankungen lassen sich durch Haltungshygiene und richtige Fütterung vermeiden. Zur Hygiene zählen vor allem regelmäßiges Wechseln der Einstreu und Stalldesinfektion. Zur Desinfektion stehen diverse Mittel zur Verfügung. Diese eignen sich vor allem für Käfige aus PVC. Für Außenställe aus Holz oder Stein habe ich gute Erfahrungen mit Ausbrennen (Unkrautbrenner mit Gasflasche) gemacht. Die meisten Viren und Bakterien werden bei diesen hohen Tttemperaturen abgetötet und weiterhin saugt sich der Stall so auch nicht mit Chemikalien voll.
Auch mit der richtigen Fütterung lassen sich Krankheiten vorbeugen. Auf folgende Punkte sollte geachtet werden:
    - Regelmäßige Säuberung der Näpfe
    - Verwendung von Heuraufen
    - Entfernung von Futterresten
    - kein verdorbenes Futter geben

Gegen einige Krankheiten kann auch nur eine Impfung helfen. Diese sollte mindestens jährlich im März-Mai erfolgen, bevor die Überträger (zumeist Stechmücken und Fliegen) aktiv werden.
Um eine Übertragung zwischen einzelnen Tieren zu vermeiden, sollten neu zugekaufte Tiere für eine Zeit lang isoliert gehalten und deren Gesundheitszustand regelmäßig überprüft werden.


Krankheiten und Behandlung

Myxomatose
Bei dem Erreger handelt es sich um das so genannte Leporipoxvirus myxomatosis(Pockenvirus). Es tritt hauptsächlich bei Haus- und Wildkaninchen auf. Das Virus wird durch Stechmücken übertragen. Symptome sind geschwollene Augenlieder, Nasen und Lippen. Teilweise treten auch Knötchen im Hautbereich auf. Eine Behandlungsmöglichkeit besteht nicht. Erkrankte Tiere sterben mit hoher Wahrscheinlichkeit nach wenigen Tagen. Schutz vor der Erkrankung bietet nur eine Impfung.

RHD(Rabbit Haemorrhagic Disease)
Auch diese Erkrankung wird durch ein Virus, das so genannte Calicivirus ausgelöst. Im Gegensatz zur Myxomatose kann das Virus auch durch Kontakt von Tier zu Tier, oder durch kontaminiertes Futter übertragen werden. Nach einer Inkubationszeit von nur 1-3 Tagen, leidet das Tier unter Benommenheit, begleitet von Krämpfen. Das Virus verursacht innere Blutungen, sowie Störungen in der Blutgerinnung. Die Erkrankung führt fast immer nach nur 12-48 Stunden zum Tod des Tieres. Schutz bietet nur eine jährliche Impfung.

Kaninchenschnupfen
Hier wird zwischen einfachen und ansteckenden Schnupfen unterschieden. Bei der einfachen Form kann man eine feuchte Nase mit klarem Ausfluss, sowie gelegentlichem Niesen beobachten. Der Verlauf ist meistens gutartig und eine Heilung tritt meistens ohne Behandlung ein. Gründe für den Schnupfen können eine Erkältung, Staub in der Einstreu oder zu hohe Ammoniakbelastung durch Kot sein.
Die ansteckende Form entsteht durch Infektion der Lunge oder anderer Atmungsorgane. Sie äußert sich durch eitrigen Nasenausfluss, Entzündung der Liedbindehaut oder erschwerter Atmung. Eine Behandlung kann mit Antibiotika erfolgen. Die Heilungschance sind allerdings gering. Eine Impfung gegen die auslösenden Bakterien (Pasteurella multocida, Bordetellen bronchoseptica, Staphylococcus aureus) gibt es.

Darmkokzidiose
Diese Erkrankung tritt häufig bei Jungtieren auf. Ausgelöst wird die Krankheit durch einzellige Lebewesen, die Kokzidien. Diese Nisten sich im Darm des Kaninchens ein und verursachen Durchfall oder aber auch Verstopfung. Um sich zu vermehren, müssen sie immer wieder neu durch das Tier aufgenommen werden. Deswegen ist Hygiene der beste Weg, dem vorzubeugen. Die Kokzidien sterben schon bei Temperaturen von 90°C. Deswegen reicht kochendes Wasser bereits aus, um Futterschalen und auch die Kotecken zu desinfizieren. Sollte ein Tier bereits erkrankt sein, so können Medikamente gegeben werden. Wichtig ist außerdem den Flüssigkeitsverlust, der durch Durchfall auftritt, zu kompensieren.

Enteritis (Darmentzündung)
In der letzten Zeit tritt immer häufiger diese Erkrankung, besonders häufig bei Jungtieren, auf. Sie äußert sich durch heftigen Durchfall und einer verschmutzten Aftergegend. Durch Fütterungsfehler (zu viel Eiweiß [Pelletts], zu wenig Rohfaser) wird das Bakterium begünstigt. Auch eine Schwächung des Immunsystems kann eine Erkrankung begünstigen. Für die Behandlung stehen Medikamente zur Verfügung. Ein äußerst interessanter Artikel, der sich mit dem Thema, sowie Behandlungsmöglichkeiten befasst, befindet sich hier.