Fortpflanzung

Wie das Sprichwort "Die Vermehren sich wie Kanickel" schon sagt sind Kaninchen sehr vermehrungsfreudige Tiere, aber damit sich das auch zum Vorteil für uns entwickelt ist einiges zu beachten. Die Fruchtbarkeit eines Kaninchens wird durch die Zahl der pro Häsin im Jahr aufgezogenen Jungtiere bestimmt. Eine Häsin kann 9 bis 11 Würfe im Jahr aufziehen. In der Zucht wird im Normalfall die Häsin 2 bis 3 mal im Jahr für die Befruchtung zugelassen. Es ist zu beachten, das die Kaninchen die Zuchtreife erlangt haben. Die Reife ist dann erreicht wenn die weiblichen Tiere mindestens 70% ihres rassentypischen Endgewichts wiegen. Die Geschlechtsreife  von Jungtieren kleinerer Rassen tritt in der Regel mit dem 3.-4. Monat, bei  mittelgroßen Rassen mit dem 4.-5. Monat und bei großen Rassen mit dem 7.-8. Monat ein. Es wird empfohlen die Kaninchen mehr als 2mal im Jahr befruchten zu lassen, da sonst die Tiere verfetten und sie entweder Rammler nicht mehr annehmen oder Probleme bei dem Geburtsvorgang auftreten können. Auch kommt es häufig zu Schwierigkeiten beim "Einschießen" der Milch in die Zitzen.

Der Deckakt

Bevor es zu dem eigentlichen Deckakt kommt muss der Züchter einiges berücksichtigen. Als erstes muss man die Deckbereitschaft der Häsin,  auch Hitze oder Brunst genannt, kontrollieren. Wenn die weiblichen Tiere nicht in unmittelbarer Nähe zum Rammler gehalten werden und kein Geschlechtsakt Zustande kommen kann, gibt es trotzdem die Möglichkeit (durch andere Hinweise) erkennen zu können, dass die Häsin hitzig ist. Dazu gehören das Anschwellen und bläulich-rote Verfärbung der Schamlippen, weitere Anzeichen sind das bei der Hitze die Hinterpartie angehoben wird, wenn man das Fell der Häsin gegen den Haarstrich streicht. Auch ist zu beobachten das die Häsinnen ein unruhiges Verhalten aufzeigen und begonnen wird ein Nest zu bauen oder das sie sich die Haare rupfen. Oft wird durch erhöhte Harnabgabe die Deckbereitschaft signalisiert. Die Paarungswilligkeit hängt aber auch von anderen Faktoren ab wie zum Beispiel der Jahreszeit, der Witterung und vor allem von dem richtigen vitaminreichen Futter. Auch die Stallbeleuchtung spielt eine große Rolle, sie sollte im Spätherbst und im Winter auf 14-16 Stunden eingestellt werden um die Deckbereitschaft zu erhöhen.
Wenn die Häsin deckwillig ist, "sperrt" man immer die Häsin zum Rammler. Ist die Häsin mit dem Rammler einverstanden, hebt sie vor dem Aufsprung des Rammlers die Hinterpartie an, im selben Augenblick wird der Brustkorb herunter gedrückt in eine lange gestreckte Haltung. Es kann aber auch dazu kommen das die Häsin einen krummen Buckel macht und so signalisiert, das sie im Moment nicht deckungswillig ist. Öfter kommt es vor das die Häsin so hitzig ist, das sie vor dem Rammler flüchtet. Hierbei muss sie einfach mit der Kopf- und Nackenpartie gegen die Seitenbegrenzung des Käfigs gedrückt werden, aber man sollte darauf achten das der Rammler noch genug Platz zum Aufspringen hat. Der folgende Deckakt geht dann schnell von Statten. Der Rammler versucht mit rhytmischen Bewegungen die Scheide der Häsin zu finden. Hat er die Scheide gefunden fällt er zur Seite ab und der Deckakt ist vollzogen. Wenn dies geklappt hat  ist 10 Stunden nach dem Deckakt der Eisprung. Sollte es nicht zu einer Paarung gekommen sein, sollte man die Häsin einfach dicht an den Rammlerstall setzen.